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Amüsante Zeitreise endet mit Mord

Mit der turbulenten Zeitreise „Frischer Fisch“ begeisterte am vergangenen Dienstag und Mittwoch die Theater – AG des Laubach – Kollegs zahlreiche Besucherinnen und Besucher im Atrium. Unter Gesamtleitung von Sabine Schüller und inszeniert von den Regisseurinnen Marlene Cimander, Maxi Diehl, Eve Greischel, Charlotte Butz und Lea Diez bot das Stück eine Vielzahl verrückter Zufälle, humorvoller Anspielungen und auch musikalische Einlagen, begleitet von Elisa Diehl am Klavier. Schulleiterin Nadja Fuhr freute sich in ihrer Begrüßung darüber, dass bereits zum dritten Mal ein selbstgeschriebenes Stück am Laubach – Kolleg präsentiert wird und somit eine gute Tradition entstanden sei, die das Publikum jedes Mal aufs Neue überrasche. In der Pause verköstigten die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge Q2 und Q4 die Gäste mit leckeren Snacks und Getränken.


Diesmal ging es um eine Gruppe sehr unterschiedlicher Oberstufenschüler, die nach dem Schuljahresende bei der gleichgültig-aufbrausenden Lehrerin (Annika Lierz) gemeinsam mit Oma (überzeugend altersdynamisch: Sophie Rosental) eine geheimnisvolle Zeitmaschine finden und sich nach einem scheinbar unbeabsichtigten Startbefehl im 18. Jahrhundert wiederfinden. Stets geweckt von dem nur scheinbar verlockenden Ruf „Frischer Fisch, frischer Fisch am Sonntag….“ von Verkäuferin Miley Jackson sitzen sie in einer Zeitschleife fest, die stets durch ihren Tod ausgelöst wird. Ein Dilemma, denn die altertümlichen Zeitgenossen verstehen weder Ironie noch können sie etwas mit den futuristischen Gewändern der Reisenden anfangen, sodass sie diese lieber mit Hilfe der Polizei (Clemens Butzin) auf dem Scheiterhaufen verbrennen wollen. Während Betty (Minel Polat, Sophie Armstroff) und Jackie (Stella Göring, Tara Krismann) das ganze eher mit bitterem Spott ertragen, ist Streber Leopold (Merlin Hofmann) kurz vorm Nervenzusammenbruch. Auch Oma kann nicht helfen, weist sie doch der egoistische Geistliche (Laura Marx) nach kurzem Flirt auf der Straße brüsk ab. „Sie haben ihre Enkel dabei? Dann tschüss!“

Erst durch das Erscheinen des eingebildeten und offensichtlich sehr schwerhörigen Freethoven (Nils Kuhla) kommt neue Dynamik ins Spiel. Der kann ihnen zwar nicht bei der Suche nach einer Batterie für die Zeitmaschine helfen („Wo ist hier LIDL?“ – „Fiedel?! Ich bin Pianist!“), hat aber einen einfältig - hilfreichen Handlanger Karl (Delron-Tyrese Heer) dabei, der Freethoven nicht nur vor den Gaunern rettet und seine Trunksucht erträgt, sondern auch das Obdach bei Freethoven erträglich macht. Der Aufenthalt gestaltet sich zunächst angenehm, zumal die trickreiche Betty die Schwäche Freethovens erkannt hat („Wir müssen zu seinem Ego hinauf und seinem IQ herabsteigen“) und der sie schließlich sogar zu musikalischen Einlagen einlädt. Dann der Schock: der weltberühmte Pianist wird beim Musizieren erschossen und Rettung naht schließlich nur durch die hysterische und neunmalkluge Erbauerin der Zeitmaschine Barbara (Naomi Marx), die in Aussicht stellt, es blieben „nur ein paar Minuten für die Rettung“ und damit die Gruppe vor ein Dilemma stellt: den Mordfall Freethoven lösen oder sich selbst retten? Da ist man sich selbst der Nächste, aber wie praktisch, dass nach Wiederankunft im Hier und Jetzt Oma Guddy gleich zugibt, den Komponisten selbst ermordet zu haben. Ihre Familie sei verwandt mit Handlanger Karl, der für Freethovens Ruhm gesorgt, aber nichts davon abbekommen habe. Ihre späte Rache war der Mord, doch offen bleibt, wer sie über zweihundert Jahre später dafür überführen soll.

Nach dem tosenden Applaus für die allesamt überzeugenden Darstellerinnen und Darsteller verabschiedete die Leiterin der Theater AG Sabine Schüller die Abiturientinnen Maxi Diehl, Marlene Cimander, Merlin Hofmann und Eve Greischel aus der Regie, für sie rücken Lea Diez, Charlotte Butz, Annika Lierz, Naomi Marx, Laura Marx und Clemens Butzin nach.

 

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