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Preisträgerinnen begeisterten mit ihren literarischen Werken
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Es ist gute Tradition geworden, dass das Laubach-Kolleg sich an den Schullesungen der Preisträger des jährlich ausgeschriebenen OVAG-Jugendliteraturpreises beteiligt. Die OVAG eröffnet jedes Jahr 14- bis 23- jährigen jungen Menschen aus den Landkreisen Wetterau, Hochtaunus, Gießen sowie Vogelsberg die Möglichkeit, ihre Talente als Schriftsteller und Schriftstellerinnen im Rahmen des OVAG-Jugendliteratur-Wettbewerbs unter Beweis zu stellen. Nachdem das Jurorenteam die Preisträgerinnen und Preisträger ermittelt hat, werden diese im besonderen Maße gefördert. Neben großzügigen Preisgeldern erhalten sie bei einem viertägigen Workshop Unterstützung bei ihrem literarischen Schaffen: Schriftsteller und Journalisten in ihren Rollen als Lektoren leiten sie an, ihre Textproduktionen zu überarbeiten. Alle Texte werden schließlich in einem Sammelband des jeweiligen Kalenderjahres unter dem Titel „Gesammelte Werke“ veröffentlicht.
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Am vergangenen Freitag war es dann im Atrium des Laubach – Kollegs wieder so weit. Studienleiter Dr. Hanns Thiemann freute sich in seiner Begrüßung für die Schülerinnen und Schüler der Einführungsphase und der Q2, dem literarischen Hochgenuss der vier Preisträgerinnen lauschen zu können und betonte die Wichtigkeit des Lesens in Zeiten zunehmender Digitalisierung. Sabine Schüller, Koordinatorin für Kulturelle Förderung am Laubach-Kolleg, begrüßte die Preisträgerinnen sowie Moderator der Veranstaltung Jan Michel Kaufmann, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit der OVAG und natürlich die Schülerinnen und Schüler sowie die anwesenden Kolleginnen und Kollegen des Laubach-Kollegs. Sie freute sich besonders darüber, dass in diesem Jahr neben den drei Preisträgerinnen der OVAG mit Michelle Sofia Deerberg eine Schülerin des Laubach Kollegs vertreten war, die als Preisträgerin aus dem Wettbewerb „geh weiter, leben“ der Lübecker Jugendbuchtage hervorgegangen war. Vor dem Hintergrund ihrer Vorfreude auf die anspruchsvollen literarischen „Kostproben“ der aktuellen Preisträger ermutigte sie die Schülerinnen und Schüler, in diesem Jahr auch mit selbst verfassten Texten am OVAG-Jugendliteratur-Wettbewerb teilzunehmen. Schüller verwies darauf, dass es in einem ersten Schritt vor allem wichtig sei, sich von den Zweifeln an den eigenen Fähigkeiten und der Angst vor der eigenen Courage freizumachen, um dann den Weg mit Selbstvertrauen, Mut und gesunder Kritikfähigkeit zu beschreiten. Sie beendete ihre Überlegung mit einem Zitat aus Härtlings Essay „Lest Leute! Lest weiter!“, einem leidenschaftlichen Appell an junge Menschen zu lesen, und ergänzte den Titel mit „Schreibt, junge Schriftsteller! Schreibt weiter!“
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Bereits am Tag zuvor hatte sie gemeimsam mit Schulleiterin Nadja Fuhr den drei Preisträgerinnen des Laubach – Kollegs Hermine Gronemeyer, Laney Atkinson und Michelle Sofia Deerberg im Rahme der Vollversammlung Jour fixe ein Präsent überreicht.
In Michelle Sofia Deerbergs Geschichte „Ungelesen“ lernt die jugendliche Ich-Erzählerin eine Außenseiterin in ihrer Schule kennen, die sich dann aber in ihren Freund verliebt und sich daraufhin als Intimfeindin entpuppt. Von Selbstzweifeln geplagt fühlt sich die Ich-Erzählerin zunehmend angegriffen und schikaniert und ist schließlich erleichtert, als Feindin Luna die Klasse wechselt. „Ich habe gelernt, dass Mitgefühl Grenzen braucht,“ schlussfolgert die Ich-Erzählerin bitter, und: „Ich behalte mein Gutes Herz. Aber ich trage nicht mehr deine Last.“
Von zerstörerischen Illusionen, toxischen Träumen und falschen Vorbildern erzählte Mariella Neubert aus Schotten in ihrer Kurzgeschichte „Filterblau“, mit der sie beim Jugend-
Literaturpreis im vergangenen Jahr ausgezeichnet wurde. Unprätentiös und ohne beengendes Pathos erzählt Neubert von der Begegnung der Erzählerin mit der neuen Mitschülerin namens Mia. „Leise, unauffällig. Und trotzdem zog sie sofort meine Aufmerksamkeit auf sich. Weil sie irgendwie … echt super war. Ungefiltert. Echt.“ Doch Zweifel scheinen an Mia zu nagen, wie an vielen jungen Menschen dieser Generation. „Wie wird man jemand, den man selbst mag?“, schreibt sie eines Tages. Dann verändert sie sich. Sie wird dünner – „nicht dünner, sondern durchscheinend“. Bis Mia von ihrem Tod erfährt. „Ich frage mich, wie viel Wahrheit in uns liegt, bevor wir anfangen, uns zu löschen“, schließt Neubert ihre Kurzgeschichte.
Die Autorin Julia Rausch vertrat mit ihrer Geschichte „Heimat“ Preisträgerin Nina Ahlig. Darin erzählt sie von der Protagonistin Lilly, die demnächst mit ihrer Familie von ihrem ländlich geprägten Heimatort wegziehen wird. Ihre Aufmerksamkeit gilt in den letzten Tagen insbesondere der „Patroullie“, einer liebevoll gezeichneten alten, schon leicht dementen Frau, die jeden Tag auf einer Bank in der Mainzer Straße sitzt und die Menschen und das Geschehen im Dorf beobachtet und mit der sie und andere immer ein paar Worte wechseln, da man, auch wenn das Thema sich wiederholt, „Heimat spürt“.
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Hermine Gronemeyer aus der Qualifikationsphase 3 am Laubach – Kolleg erzählt in „Helene-Fischer-Nächte“ von der Freundschaft der Ich - Erzählerin mit Jaron, der sich zunächst nach einer turbulenten Partynacht mit einem Autounfall in Gefahr bringt und ihr dann seine Problemen mit seiner Ex und im Beruf erzählt: „Aber nem Mann darf‘s nicht schlecht gehen.“ Die Protagonistin beschließt, an seiner Seite zu bleiben, dennoch bleiben Zweifel, ob ihre Hilfe angenommen werden wird.
Zahlreiche Nachfragen zu den Erzählungen zeigten das rege Interesse der Schülerschaft an der literarischen Arbeit der Nachwuchsautorinnen, so wurden etwa Inspirationsquellen erfragt und Techniken des Schreibprozesses geschildert.
Abschließend bedankte sich Koordinatorin Sabine Schüller für den „Literaturunterricht der besonderen Art mit Werken, die unter die Haut gehen“ und überreichte den Autorinnen unter dem Beifall des Auditoriums Blumenpräsente. Für die Schülerinnen und Schüler des Laubach – Kollegs hatte die OVAG indes Exemplare von „Kleine Fibel“ zum kreativen Schreiben mitgebracht, die den potentiellen Preisträgerinnen und Preisträgern zusätzlichen Ansporn zur Teilnahme am dann 22. OVAG – Literaturpreis sein kann. Einsendeschluss für literarische Texte aller Art ist der 15.Juli 2026.
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